Bondolino Känguru-Mama

Bondolino Känguru-Mama

Damals, noch kinderlos und ohne großen Plan, dachte ich – Oh mein Gott, wieso trägt man sein Kind den ganzen Tag in der Trage durch die Gegend?! Das kann doch nicht gut für den kleinen, zerbrechlichen Rücken sein. Nee, das wäre echt nichts für mich. (übrigens war das auch der selbe Gedanke beim Thema Familienbett… dazu schreibe ich demnächst mal etwas *lach*)

Und heute denke ich – Oh mein Gott, wieso ist meine Tochter nur schon so groooß. Ich vermisse es, sie zu tragen.

Schon in der Schwangerschaft habe ich mich mit dem Thema Tragen etwas näher beschäftigt. Durch viele Erfahrungsberichte anderer Mütter und einem Gespräch mit meiner Hebamme, klang das Ganze dann irgendwie doch nicht mehr so blöd und schlecht.

Wir haben, als unserer Kleine auf die Welt gekommen ist und einige Wochen alt war, verschiedene Tragehilfen (mit ihr) getestet um das passende Modell für uns zu finden. Da mein Mann auch tragen wollte, brauchten wir aufjedenfall etwas neutrales und eine Trage, die schnell und einfach verstellt werden kann. Ich denke, dass man sich dafür wirklich Zeit nehmen und ganz individuell entscheiden sollte. Die meisten Mütter in meinem Bekanntenkreis schwören zum Beispiel auf die Tragen von Manduca.

Getestet wurden:

  • ein Tragetuch (Marke weiß ich leider nicht mehr)
  • Fräulein Hübsch Mei Tai
  • Manduca First
  • Ergobaby 360 Babytrage (Von-Geburt-An-Paket mit Kisseneinsatz)
  • Hoppediz Bondolino

Das Tragetuch haben wir von meiner Hebamme ausgeliehen und getestet. Grundsätzlich gefallen mir Tücher von der Optik sehr gut und vom Grundgedanken her war es für mich fast klar, dass es ein Tuch wird, da dies am einfachsten für jeden Träger individuell und passend gebunden werden kann, ohne 1000 Schnallen bei jedem Wechsel hin- und herstellen zu müssen. Das Binden eines Tuchs braucht aber wirklich viel Übung und so richtig zufrieden mit dem Sitz war ich dann irgendwie auch nicht. Darüberhinaus hat das Tuch immer auf dem Boden gehangen, wenn man es gebunden hat; besonders bei schlechtem Wetter draußen war es ruckzuck eingeschmiert. Da war die Entscheidung gegen ein Tuch schnell getroffen.

Als nächstes haben wir die Fräulein Hübsch ausprobiert. Diese Trage konnten wir in der Familie ausleihen und waren hier schonmal vom Handling begeistert. Das Anlegen ging schnell und einfach. Um die Hüfte wird ein Gurt mit Schnalle festgemacht und der Rest wird, ähnlich wie bei einem Tuch, passend gebunden, was mir sehr gut gefällt. Die Trage kam uns aber insgesamt recht klein vor und oben an den Schultern saß sie nicht optimal.

Eine Freundin hat uns dann ihre Ergobaby geliehen. Hier wird alles mit Schnallen festgemacht und für die ganz Kleinen gibt es einen Babyeinsatz bzw. Kissen. Schon beim Anlegen wusste ich, dass das nicht die richtige Trage ist. Habe sie nicht mal mit Baby drin getestet, weil ich sie einfach nicht passend eingestellt bekommen habe um ein gutes Gefühl zu bekommen. Also kam schnell die nächste Trage.

Die Manduca wurde mir ja so ans Herz gelegt, dass ich hier auch trotz der ganzen Schnallen erstmal positiv eingestellt war. Bei mir saß diese Trage auch ganz gut, aber was für uns definitiv ein Nein war, ist die Tatsache, dass man wirklich alles neu einstellen muss, sobald jemand anderes die Trage hatte. Das war super nervig. Bei meinem Mann saß sie an den Schultern leider auch nicht optimal.

Durch Zufall ist uns dann die Bondolino von Hoppediz in die Arme gefallen. Ich war schockverliebt. So ein einfaches System, dass dem Binden eines Tuchs auch recht nahe kommt. Den Hüftgurt befestigt man mit einem Klettverschluss, sodass jeder Träger es schnell anpassen kann. Der Rest wird, wie bei der Fräulein Hübsch, festgebunden. Für die ganz Kleinen wird auch ein Band mitgeliefert, mit dem man den unteren Sitzbereich verkleinert, sodass wir unsere Tochter im Grunde vom ersten Tag an tragen konnten. Die Bondolino ist insgesamt größer als die Fräulein Hübsch, was uns vom Tragegefühl besser gefallen hat. Auch die Schulterpartie sitzt optimal. Auf dem Rücken können wir unsere Kleine auch heute noch bequem tragen (20 Monate, 11 kg). Der einzige mini Nachteil ist, wenn die Kleinen einschlafen und man das Tuch vorne, für den Kopf, etwas verstellen möchte, muss man es ganz vorsichtig und möglichst leise machen. Klettverschlüsse sind halt etwas lauter. 🙂

Insgesamt kann ich aufjedenfall sagen, dass ich jederzeit wieder eine Tragehilfe kaufen würde. Nicht nur unterwegs, auch zu Hause habe ich sie sehr sehr viel genutzt. Ich dachte, dass ich immer den Kinderwagen aus dem Auto nehmen werde, aber am Ende habe ich unsere Maus doch öfter mal eben in die Trage genommen, was einfacher und schneller ging. Und zu Hause hatte ich selten ein schreiendes Baby, da ich sie auch beim Staubsaugen, zum Wäsche machen oder Kochen getragen habe. Einfach ein glückliches und zufriedenes Baby, das den Alltag ganz nah bei Mama von Anfang an miterlebt hat. Strandspaziergänge waren auch ein Kinderspiel und andere Unternehmungen im Urlaub, die zum Teil mit Kinderwagen nicht möglich sind, werde mit Trage ohne Probleme machbar.

Wenn man mal ehrlich ist, werden Babys auch als Traglinge geboren und es es ist einfach natürlich, sein Kind zu tragen 🙂 Verwöhnen tut man sie damit auch absolut nicht. Als meine Tochter das Krabbeln anfing und seitdem sie läuft, bin ich total out. *lach* Sie war schon immer ein Draufgänger-Baby, das sich weiterhin die Nähe, die sie baucht, holt (insbesondere Abends). Aber tagsüber ist sie, obwohl ich sie viel getragen habe, absolut kein Trage- oder Mama-am-Rockzipfel-Hänge-Kind.

Känguru-Mamas rocken 🙂

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